Update aus Rom

Am 73. Delegiertentreffen der EBCU standen einige spannende Punkte auf der Traktandenliste. Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick.

Vom 10. bis 11. April fand in Rom das 73. Delegiertentreffen der European Beer Consumers Union (EBCU) statt. Unser GFB-Vertreter Stef Hösli war online zugeschaltet. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen, Trends und Beschlüsse direkt aus der europäischen Dachorganisation, die auch für uns in der Schweiz von Bedeutung sind.

1. Trends auf dem europäischen Biermarkt

Die Berichte der verschiedenen europäischen Mitgliedsverbände zeigten klare gemeinsame Tendenzen:

Konsumrückgang: Der allgemeine Bierkonsum in Europa ist rückläufig, was die Branche vor Herausforderungen stellt.

Boom bei alkoholfreien/alkoholarmen Bieren: Dieser Bereich wächst rasant und wird nicht mehr nur als «Ersatz», sondern als eigenständiges Segment wahrgenommen – getrieben vor allem von jüngeren Konsumenten. Mittlere, unabhängige Brauereien passen sich hier erfolgreich an.

Druck auf Heimbrauer: In Ländern wie Dänemark und Norwegen verschärfen sich die Regulierungen und steuerlichen Auflagen für Heimbrauer. Die EBCU prüft hierzu ein öffentliches Statement.

2. Kampagne «Know Your Beer» ist live

Die Verbraucherkampagne steht: Die Webseite knowyour.beer ist ab sofort in sieben Sprachen online (auch auf Deutsch).Schaut euch die Seite an! Da die Übersetzungen teils KI-generiert sind, sind alle Mitgliedsverbände aufgerufen, die Texte zu prüfen und Fehler zu melden. Ein offizielles Logo sowie Präsentationsvorlagen für Festivals sind in Arbeit.

3. Neues Zertifizierungsprogramm für Bier-Ausbildungen

Die EBCU hat das «EBCU Endorsed Beer Education»-Programm ins Leben gerufen. Damit werden künftig professionelle Bier-Ausbildungsgänge (auch von Nicht-Mitgliedern) unabhängig geprüft. Die Kriterien hierfür sind Unabhängigkeit, pädagogische Qualität und die Förderung des Konsumentenbewusstseins.

4. Strategie und Finanzen der EBCU

Finanzen: Das Jahr 2025 schloss dank striktem Kostenmanagement mit einem kleinen Plus von ca. 200 Euro ab (geplant war ein Defizit). Die EBCU verfügt über solide Reserven von über 60.000 Euro, die künftig verstärkt in Kampagnen fliessen sollen.

Zukunftsausrichtung: Eine interne Umfrage ergab, dass die Mitglieder die Priorität ganz klar bei der Interessenvertretung und Sichtbarkeit auf EU-Ebene sowie dem internationalen Erfahrungsaustausch sehen.

5. Vereinsinternes und Wachstum

Neue Mitglieder: Die EBCU wächst weiter. Als neue assoziierte Mitglieder wurden die Danske Øldommere (Dänische Bierrichter) und die italienische Frauen-Biervereinigung Le Donne della Birra aufgenommen.

Ausblick: Kommt die EBCU bald in die Schweiz?

Das nächste (74.) Delegiertentreffen findet vom 6. bis 7. November 2026 in Berlin statt. Dort stehen auch die Neuwahlen des EBCU-Vorstands an.

Besonders spannend für uns: Für das Frühjahr oder den Herbst 2027 ist die Schweiz als Austragungsort im engen Gespräch. Wir halten euch über die Planungen auf dem Laufenden.

Stef Hösli

Kategorien BIER EBCU News