Ein Abend der Superlative
Der nur alle zwei Jahre durchgeführte Swiss Beer Award fand dieses Jahr zum dritten Mal im Kongresszentrum Trafo Baden statt. Und es war einmal mehr ein höchst bemerkenswerter Anlass. Denn weit über 400 Teilnehmer, vornehmlich aus der Schweizer Bierszene, fanden sich am 16. April zu einer äusserst munteren Gesellschaft ein.
Die beiden Herren Marcel Kreber und Christoph Lienert vom Schweizer Brauerei-Verband sorgten hinter und auf der Bühne für einen reibungslosen Ablauf des Grossanlasses, der von der Moderatorin Anna Affolter souverän und zügig begleitet wurde. Galt es doch, 132 prämierte Biere aus 43 Kategorien zu benennen und die glücklichen «Gold-Gewinner» kurz auf der Bühne dem Publikum vorzustellen. Eine Übersicht über alle prämierten Biere gibt es online: https://swissbeeraward.ch/award/praemierte-biere-2026/
Nach diesem Höhepunkt begann der anspruchsvollste Teil der Veranstaltung: Die Sudhausbar wurde eröffnet. Und die hatte es wirklich in sich! Es konnten sage und schreibe 32 (!) verschiedene (alle mit Gold ausgezeichneten) Biere verkostet werden. Und so kam ich einmal mehr nicht umhin, mich in selbstloser Aufopferung der Möglichkeit, die besagten Biere zu verkosten, auszusetzen. Weitsichtig beschloss ich, mich nur an die gezapften Biere zu halten, die zu degustierende Menge weise vorausplanend zu reduzieren und mir so einen persönlichen Überblick der prämierten Schweizer Biere zu verschaffen.
Aber weit gefehlt: Es war so immer noch die stattliche Anzahl von 15 Bieren im Angebot. Die Biere wurden mit 1,5 Deziliter grosszügig gezapft, sodass ich vorab klein beigeben musste, zumal Frau und Mann der GFB gehalten sind, in der Öffentlichkeit eine gute Falle zu machen. Und so kam es, dass ich mich zu einer wirklich moderaten Stunde mit der RVBW zufrieden wie ein satter Säugling nach Hause chauffieren liess.
Natürlich ist der Swiss Beer Award auch ein Ort des lockeren Gedankenaustausches und so will ich zum Schluss meiner Kurz-Reportage gerne vier Müsterchen zum Besten geben.
I) Der CEO der Brauerei Müller versicherte mir, dass der Biergarten der Brauerei Müller am 1. Mai 2027 an seinem alten Standort eine fulminante Wiedereröffnung erfahren wird.
II) Eine sehr sympathische Kochpersönlichkeit gab mir den Tipp, dass beim längeren Kochen mit dunklem Bier die Hopfenbittere vermieden werden kann, wenn man dazu ein dunkles Bier aus dem Appenzellerland verwendet.
III) Ein eingefleischter Hürlimann-Fan verriet mir, dass das Bier beim Brauen schon so sorgsam gekocht wurde, dass er der Meinung ist, dass auf eine weitere Erhitzung in der Küche verzichtet werden kann.
IV) Die Hochschule Luzern wird mit der Brauerei Unser Bier im Sommer ein Space-Ale einbrauen, das mit einer «Weltraum-Hefe-Zucht» vergoren wird (sprich: die Vermehrung der Hefe erfolgt bei Schwerelosigkeit auf der ISS).
Text und Fotos: Tom Schläpfer




